Zentrum für Gehör und Sprache Zürich

Wettbewerb Instandsetzung Sporthalle

selektives Vergabeverfahren
Auftraggeber: Amt für Hochbauten Zürich
Nettonutzfläche: 638 m²

Idee ist es den neuen Eingangsbereich der Sporthalle barrierefrei an den oberen Garten anzuknüpfen, welcher so in seiner Funktion als „Verteiler“ und zentralem Begegnungsraum gestärkt wird. Abgelöst vom Hauptgebäude wird sie analog dem Schulhaus Hesenloo ein Solitär in der Parklandschaft. Entlang der östlichen – derzeit kaum lesbaren – Gebäudekante entsteht eine einladende Front, die sich dem Areal und seinen Nutzern zuwendet. Auch die Wege zwischen Sporthalle und Schulgebäuden sowie zum Eingangstor sind kurz und übersichtlich – dies stärkt die Adressierung und Sichtbarkeit für Besucher.
Die Topografie zwischen Hauptgebäude und Sporthalle kann in ihren sanfteren Verlauf zurückgebaut werden. Die derzeitige funktionale Verbindung zwischen den beiden Freiraumniveaus bleibt jedoch über eine Aussentreppe erhalten. Vor dem Eingangsbereich entsteht ein befestigter Vorplatz mit Aufenthaltsqualität, der das Wegesystem um den Garten ergänzt. Der eingefriedete Spielplatz entfällt und wird im Kontext der Freiraumgestaltung südlich der Sporthalle neu angeordnet bzw. der Bestehende erweitert. Die Hallenkubatur erhält durch die vorgelagerte, neue Erschliessungsspange mehr Volumen, ohne die Fassade des Hauptgebäudes zu verdecken. Zusätzlich an Höhe gewinnt sie durch einen massiven Dachkranz, der dem Gebäude einen markanten horizontalen Abschluss verleiht sowie Aufbauten von PV-Anlage und Lift verschwinden lässt. Die Kubatur wird west- und nordseitig durch eine befestigte Erschliessungsfläche aus dem Freiraum „herausgeschält“. Dies verbessert einerseits die derzeitige Belichtungssituation der Sporthalle, andererseits wird ein direkter, ebenerdiger Fluchtweg aus dem Veranstaltungsraum geschaffen. Einen zusätzlichen betrieblichen Mehrwert bietet die schnelle und saubere Verbindung zwischen Garderoben und Rasenplatz. Entlang des Weges nach Draussen liegt der Geräteraum unterhalb der breiten Aussentreppe. Innerhalb des Gebäudes bringt der neue Zugangsbereich mehr Tageslicht ins Untergeschoss und schafft Blickbezüge in die Halle – und durch sie hindurch in die Freianlagen. Die Eingriffe im Untergeschoss beschränken sich ansonsten auf nicht statische Wände. In die Garderobenanordnung wird wenig eingegriffen. Zur Sanierung der Gebäudehülle schlagen wir eine vorgehängte Fassade aus Sichtbetonelementen vor, die sich auf das bestehende Raster der Tragstruktur bezieht und durch ihren massiven Ausdruck dem Gebäude mehr Präsenz verleiht. Der umlaufende, abgesetzte Dachkranz schafft Raum für einen aussenliegenden Sonnenschutz und fungiert als Brüstung und Sichtschutz für die technischen Anlagen auf dem Hallendach. Eine mögliche interne Erschliessung sehen wir im Bereich des bestehenden Hobbyraums im Untergeschoss des Hauptgebäudes. Zugunsten der Raumqualität des Verbindungskorridors und zur Verringerung der Niveauunterschiede könnte der Boden in diesem Bereich ca. 45cm abgesenkt werden.
Zur Erstellung der neuen Vorzone sind beschränkte Eingriffe in der Tragstruktur notwendig. Das Dach kann auf einfache Weise erweitert werden, indem die neue Betondecke mit eingeleimten Ankern ergänzt wird. Die zusätzlichen Lasten werden durch eine Wand, den neuen Lift und vereinzelten Stützen abgetragen. Die neue Treppe kann durch einen lokalen Abbruch der Decke in diesem Bereich sichergestellt und durch zusätzliche Stützen, in Übereinstimmung mit den darüberliegenden Stützen, sowie Verstärkung der bestehenden Decke durch CFK-Lamellen sichergestellt werden. Zur Abtragung der Stützenlasten sind kleine Punktfundationen notwendig, welche ohne grosse Eingriffe, erstellt werden können. Zur Erstellung der Liftunterfahrt sind ebenfalls Anpassungen in der Fundamentplatte notwendig, welche ebenfalls ohne grosse Massnahmen umgesetzt werden können. Der Eingriff verbessert gleichzeitig die Aussteifung der Sporthalle in Längsrichtung und erhöht damit ebenfalls die Erdbebensicherheit des Gebäudes.
Die Elektroinstallationen werden auf den aktuellen Stand der Technik angepasst. Dies beinhaltet sämtliche Elektroinstallation für die Beleuchtung sowie die allgemeine Infrastruktur, sowie für die Steuerung der HLKS Anlagen. Der Ausbau der Elektroinstallationen richtet sich nach den Vorgaben des AHB. Die Beleuchtung wird durch moderne LED-Leuchten mit der höchsten Effizienz ersetzt, mit dem Ziel die Minergie Vorgaben zu erreichen sowie die geforderten LUX Zahlen, Blendwerte sowie Gleichmässigkeitsverteilung einzuhalten.
Die bestehende Gebäudetechnikanlage entspricht dem Ursprungszustand und soll komplett nach den heutigen gültigen Vorschriften und Standards von Grund auf ersetzt werden. Die Wärmeerzeugung erfolgt zentral über eine im Jahr 2008 ersetzte Heizkesselanlage. Von dieser wird die Sporthalle mittels einer Fernleitung erschlossen. Die in der Sporthalle platzierte Unterstation wird komplett inkl. Brauchwarmwasser-Erzeugung erneuert. Der Einbau von Sonnenkollektoren wird in Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage auf dem Sporthallendach geprüft. Die Solarenergie wird vorwiegend für die Aufbereitung des Brauchwarmwassers genutzt, kann jedoch auch für die Raumheizung genutzt werden. Für die Garderoben wird eine neue Lüftungsanlage mit einer effizienten Wärmerückgewinnung und einer Luftnacherwärmung erstellt. Für die Sporthalle wird eine kompakte Lüftungsanlage, die auf den Frischluftersatz des Sportbetriebs ausgelegt wird, erstellt. Diese wird ebenfalls mit einem effizienten Wärmerückgewinnungs-System und einem Nachwärmer ausgerüstet. Wie erwähnt wird die Anlage der Sporthalle auf den Frischluftbedarf für den Sportbetrieb ausgelegt. Für grössere Veranstaltungen reicht diese nicht aus. So müssen während der Veranstaltungen die Fenster geöffnet werden.
Die Schulanlage ist von verkehrsberuhigten Quartierstrassen umgeben. Teilweise sind diese als Begegnungszonen ausgelegt und mit versetzten Parkfeldern ausgebildet. Hinsichtlich Baustellenverkehr wird deshalb auf diese Begebenheiten eingegangen. Mittels Logistikkonzept, welches die Zu- und Wegfahrten zur Baustelle regelt, werden alle am Bau Beteiligten durch das Quartiert gelotst. Die Baustelleneinfahrt wird am Hesenlohweg realisiert. Der Bereich, welcher in die Baustelle hineinführt, wird hierfür extra ausgehoben und mittels temporärer Baupiste verfestigt (1). Die Zufahrten zur Baustelle sollen konsequent über die Lettenholzstrasse und die Wegfahrten über die Frohalpstrasse erfolgen (Pfeile). Die Bauplatzinstallation und der Umschlagplatz werden unmittelbar im Zufahrtsbereich platziert (2). Hierfür muss der dort angelegte Spielplatz während der Bauzeit weichen. Den gesamten Bauperimeter umläuft eine geschlossene Bauwand (gestrichelte Linie) und im Bereich der Baustelleneinfahrt wird mittels abschliessbarem Tor das Eindringen von nicht am Bau Beteiligten verhindert. Auf dem Areal kommt es zu keinerlei Querungen von Bauverkehr und Schülern resp. Angestellten der Schule.