Hallenbad Oberdorf

Wettbewerb Neubau Hallenbad

öffentl. Submission nach Präqualifikation, 2. Rang
Auftraggeber: Gemeindeverwaltung Dübendorf
Nettonutzfläche: 3.720 m²
Visualisierung: studiohometown

Das neue Hallenbad kommt auf dem Grundstück des bestehenden Freibades zum Liegen. Der Perimeter ist direkt angrenzend an die in der Dorfkernzone liegende Obere Mühle sowie kleinmassstäbliche Wohngebäude. Das Gelände des Freibades weist eine natürliche Topographie auf, welche an der Oberdorfstrasse sowie gegen die Obere Mühle aufgrund der sanften Böschungen natürlich eingefasst wird und im Inneren der Anlage Ruhe und Ungestörtheit garantiert. Das Hallenbad wird als aufgelöster Riegelbau geplant und bildet eine zusätzliche akustische und visuelle Barriere gegen die Oberdorfstrasse und den Eichstockweg. Zugunsten einer maximal zu erhaltenden Freibadfläche, wird der Neubau mit möglichst geringem Fussabdruck konzipiert. Durch die selbstbewusste und von der Strassenführung unabhängige Platzierung des Gebäudes entstehen klar ablesbare Freiflächen, sowie eine bewusste Kantenbildung zum öffentlichen Raum. Das Gebäude nimmt den Platz des früheren Freibadeingangs ein und bildet eine städtebaulich wirksame Fassung des neu geschaffenen, vorgelagerten Vorplatzes. Das bestehende Freibad stammt aus unterschiedlichen Bauepochen und weist ein heterogenes Landschaftsarchitekturkonzept auf. Betrieblich wird die Nähe vom Kinderplanschbereich zum Mehrzweckbecken als auch zu Dübi Beach als positiv bewertet. Daher werden diese Komponenten – auch im Hinblick auf die Gesamtbaukosten – erhalten und betrieblich geschickt in das Hallenbadkonzept eingebunden. Gleichzeitig kann so der Flussnahe Bereich freigehalten werden für zukünftige Renaturierungsmassnahmen.
Die Topografie des Geländes fällt in nordöstliche Richtung zur Glatt ab und formuliert zu den zentralen Bereichen eine sanft ausgebildete Mulde. Situierung und Kotierung des Gebäudekörpers nehmen Bezug auf diese topografische Situation. Vom Innenraum und offenem Wellnessbereich des Hallenbades ergeben sich Sichtbezüge in den parkartig angelegten Aussenraum, der ebenso von der Cafeteria und anschliessenden Sitzstufen genossen werden kann. Eingangs- und Anlieferungszone sind zur Oberdorfstrasse ausgerichtet und in hellen Ortbetonflächen angelegt. Diese verstehen sich als zweidimensionale Fortsetzung der Gebäudekubatur. Fläche und Raum schaffen im städtebaulichen Kontext eine klare Entreesituation zum Bad. Ankommen, Treffen und Aufenthalt finden eine räumliche Zuordnung. Das neu Hallen- und Freibad Oberdorf wird von einem gemeinsamen Eingang aus erschlossen. Zu Spitzenzeiten kann ein separater Freibadeingang über ein eigenes Ticketsystem passiert werden. Unmittelbar vom Strassenraum abzweigend, fügen sich riegelartig Flächen für PKW und Velo Stellplätze an, die Besucherströme v.a. in den Sommermonaten kanalisieren. Eine Anbindung an den ÖV soll durch einen Bushaltepunkt geschaffen werden. Liegewiesen und Schwimmbecken werden vom Eingangsniveau über einen Verbindungsweg, Rasenpfade und über Sitzstufen erschlossen. Der Verbindungsweg zu Dübi Beach, der als Kiosk das Versorgungsangebot des Bades ergänzt, wird untergeordnet aufgenommen. Eine terrassierte Böschung entlang der Fassade des Hallenbades bietet Aufenthalt und Sonnengenuss zwischen Gräserstreifen. Dieses Pflanzenthema wird als Fortsetzung der Eingangszone aufgenommen. In den Belag eingelassene Sand- und Muschelbänder, die auch barfuss begangen werden können, assoziieren zusammen mit Gräsern eine `maritime` Stimmung. Einzelne grosskronige Solitärbäume des Eichstockweges werden zur Oberdorfstrasse weitergeführt, übernehmen zwischen Bad und Strassenraum Filterfunktion. Das Erschliessungssystem des Hallenbades verbindet das Innen und Aussen schlüssig und bietet dem Besucher vielfältige Erholungs- und Erlebnisräume. Die `Badeebene` und Cafeteria im Erdgeschoss und Räume für Umkleiden/ WC im Sockelgeschoss sehen einen Zutritt zu den Freiflächen vor. Für einen Aufenthalt im Bad bieten sich für Grosse und Kleine vielfältige Rundwege und Stationen vom überdachten Baden, Eis auf der Terrasse essen, über Saunagängen, im Aussenbecken Schwimmen, Rutschen oder Sonnenbaden auf der Liegewiese an.
Ziel des Verkehrskonzeptes ist es den Besucher- und Anlieferungsverkehr räumlich-organisatorisch zu entflechten. Um dem Besucheraufkommen Rechnung zu tragen, wird der zentrale Parkplatz entlang des Eichstockwegs mit der Erschliessung von der Oberdorfstrasse angeordnet. Durch die sehr kompakte Anordnung der Parkplätze hinter dem neuen Hallenbadgebäude kann der zurzeit topographisch gut eingebettete Kinderplanschbereich erhalten bleiben. Entlang der Hauptstrasse ist eine Bushaltestelle für allfällige Schulbustransporte möglich. Die Velostellplätze werden zentral vor dem Haupteingang des Hallenbades angeordnet. Da die bestehenden HLKS Räume wie auch die ewz Trafostation ohnehin für den Aufrechterhalt des Freibadbetriebs während der Bauzeit funktionsfähig bleiben müssen, werden diese erhalten und weiter ausgebaut. Jeglicher Anlieferungsverkehr wird somit an der bestehenden HLKS angeordnet und so vom Besucherverkehr klar getrennt. Ergänzt werden die Räumlichkeiten durch den Lager- und Werkstattraum für den Betrieb, sowie durch den zentralen Müllraum für Frei- und Hallenbad. Das äussere Erscheinungsbild des neuen Hallenbades in Dübendorf ist geprägt durch seine innenräumlichen Anforderungen – insbesondere durch die notwendigen Raumhöhen der verschiedenen Nutzungsbereiche. Die sich hierdurch abbildende Terrassierung des Gebäudes trägt zu einer optimalen Einbindung in das vorhandene Landschaftsbild bei. Durch die horizontale Gliederung des Gebäudes in zwei gleichwertige – zueinander leicht verrückte Volumina – fügen sich die Gebäudemassen zudem gut in die von Ein- und Mehrfamilienhäusern geprägte Umgebung ein. Die Orientierung der «Riegelköpfe» zur Strasse nimmt zudem Bezug auf die ortstypische Setzung und schafft visuelle Bezüge zur kleinteiligen Umgebungsbebauung. Die vertikale Nutzungsverteilung erfolgt gemäss räumlich-organisatorischen sowie betrieblichen Gesichtspunkten. Ergebnis ist eine weiche Terrassierung des Gebäudes in Richtung Freibad. Den Hochpunkt am Eingangsbereich bilden Rutsche mit Saunabereich, auf der gegenüberliegenden Seite vermittelt das tief gelegene, zur Sonne ausgerichtete Aussenbecken den Übergang von Hallenbad zu Freibad. Zugunsten der städtebaulichen Eingliederung wird das Hallenbad mit einem Untergeschoss konzipiert, so kann die Gebäudehöhe auf 9m beschränkt werden. Die natürliche Topographie im Bereich des neuen Hallenbadstandorts trägt dazu bei, dass die Gebäudeteile unter Terrain sich alle oberhalb der Grundwassergrenze von 833 m.ü.M. befinden.
Der Besucher betritt das neue Hallenbad auf Badeebene. Der zentrale Eingangsbereich, akzentuiert durch den städtebaulichen Hochpunkt der Rutsche, ist an der Oberdorfstrasse angeordnet und wird über einen auf die Besucherzahl ausgelegten grossen Vorplatz erschlossen. Die Kasse ermöglicht eine den Jahreszeiten und Witterungsbedingungen angepasste, zweiseitige Bedienung. Im Sommerbetrieb ist es möglich, dass der Freibadbesucher ohne das Gebäude betreten zu müssen direkt an der Kasse vorbei das Freibad über den Aussenraum betritt. Durch eine grosszügige Verglasung, wird dem Besucher schon beim Eintritt in das Gebäude ein direkter Blick in den Badebereich gewährt. An den Eingangsbereich angegliedert, befindet sich die Cafeteria mit Mehrzweckraum, welche aufgrund ihrer zentralen Lage sowohl von externen Besuchern, als auch von Hallenbad und Freibadgästen genutzt werden kann. Die Cafeteria verfügt über eine grosszügige, besonnte Terrasse – leicht erhöht uns betrieblich optimal in der Nähe des bestehenden Kinderplanschbereichs gelegen, bietet sie einen schönen Blick ins Freibad. Von der Eingangshalle gelangt der Besucher in die Umkleidezone im Untergeschoss, wo sich die Garderoben, WC- und Duschräume befinden. Um das Volumen möglichst kompakt zu gestalten werden die Garderoben unter den Becken mit niedriger Unterfahrt vorgesehen. Im Untergeschoss befinden sich ausserdem die Haus- und Schwimmbadtechnik. Eine repräsentative Treppe lässt den Besucher an zentraler Stelle in der Badehalle auftauchen. Die ebenerdige Badelandschaft wird durch zwei versetzte Hallenbereiche sowie deren Tragstruktur geschickt in zwei Bereiche gegliedert. Es entsteht eine «laute» Zone mit Kinderplanschbecken und Lernschwimmbecken, und eine «ruhige» Zone mit Schwimmer- und Mehrzweckbecken. Beide Bereiche werden durch eine permeable Schicht aus einer Reihung schlanker Holzstützen miteinander verbunden. Die Dichtigkeit dieser Schicht variiert visuell je nach Blickwinkel des Betrachters. Die Rutsche wird in die Gebäudehülle integriert und als akustisch abgeschirmter Bereich vorgesehen. Der Einstieg befindet sich auf Beckenebene und die Höhe von 8.50m garantiert mit 60m Rutschbahnlänge einen hohen Rutschspass. Der Sauna- und Wellnessbereich liegt, vor Blicken geschützt, im Obergeschoss des Bades. Er umfasst drei Saunen sowie eine Dampfsauna, einen Entspannungs- und Ruhebereich, und bietet auf kompaktem Grundriss ein breites Angebot mit optimalen Abläufen von Vorreinigen, Schwitzen, Abkühlen und Ruhen. Die Lage ermöglicht attraktive und vor Einblicken geschützte Sauna-Aussenräume auf der Dachlandschaft des Bades. Bei erfolgreichem Betrieb ist die Erweiterung der Anlage auf den zur Verfügung stehenden Dachflächen denkbar. Durch die abschüssige Topographie ist es möglich im Untergeschoss ebenfalls die geforderten Garderoben, Duschen und Kästen für die Freibadnutzungen in einem dem Freibad zugewandten Zwischengeschoss anzuordnen. So wird das neue Hallenbad auch für die Freibadgäste zu einem Mehrwert.
Angelehnt an die Tradition der Schweizer Bäderkultur wird die Fassade wie auch große Teil das Tragsystems in Holz materialisiert. Holz ist ein Material, welches mit der aggressiven Schwimmbadatmosphäre ohne kostspielige Veredelung ausgezeichnet zurechtkommt, und sich zudem positiv auf die Ökobilanz des Gebäudes auswirkt. Die gestalterischen Taktiken des Städtebaus werden sinngemäss in die Fassadengestaltung übertragen. Ziel ist auch hier die Grossmassstäblichkeit der Baumassen durch einen feingliedrigen Umgang mit den Fassaden zu relativieren. Die gesamte Gebäudehülle wird durch ein verschiedenmaschiges Raster aus vertikalen und horizontalen, linienförmigen Elementen gegliedert und erzeugt so ein an der Fassade ablesbares «Echo» der inneren Tragstruktur. Dichte und transparente Flächen wechseln sich ab und bieten vielfältige Ausblicke und Quersichtbezüge zwischen Hallenbad und Freianlagen. Die Wahrnehmung der Fassade verändert sich je nach Abstand und Blickwinkel des Betrachters – wie auch im Laufe der Tageszeit. Aus der Ferne wirkt sie dezent strukturiert, der Fokus liegt auf der horizontalen Schichtung zu einem Relief, das sich gegen den Hintergrund abzeichnet. Dagegen wird aus der Nähe der dreidimensionale Aufbau der Fassade, die Tektonik aus Tragsystem und Hülle erlebbar. Die natürlich warme Oberfläche des Holzes trägt Innen wie Aussen zu einer haptisch angenehmen Atmosphäre bei.
Die im Erdgeschoss zentral liegende Cafeteria im neuen Hallenbad erfüllt eine Art Gelenkfunktion und ist sowohl für Besucher von extern als auch für Hallenbad und Freibadgäste zugänglich. Eine grosszügige, der Cafeteria vorgelagerte Terrasse, lädt je nach Jahreszeit und Witterung sowohl Freibad als auch Hallenbadgäste zum Verweilen ein. Die Gastronomie im Hallenbad wird mit einem Kioskkonzept betrieben. Die Küche verfügt sowohl zum Hallenbadinnenraum als auch zum Freibad über eine Ausgabestation, wo der Badegast sich Essen und Getränke seiner Wahl selbstständig holen kann. Die Cafeteria im Hallenbad bietet warme Küche an, auch die Lager und Infrastruktur befindet sich ausschliesslich im Hallenbad. In der Sommerzeit ist mit grossen Besucherzahlen zu rechnen. Für diese Zeit kann z.B. Dübi Beach als zusätzlicher Gastro Satellit betrieben werden, der ausschliesslich Getränke, Eis und Snacks anbietet und über keine Kochinfrastruktur verfügt. Die Satelliten werden mit dem Tagesbedarf aufgeladen und können je nach Bedarf vom Hauptlager im Hallenbad täglich nachgeladen werden.
Neben der städtebaulich präzisen Setzung des neuen Hallenbades, der sich in der Massstäblichkeit in die bestehenden Siedlungsstrukturen einordnet, wird bei der Organisation der unterschiedlichen Funktionen auf ein möglichst kompaktes Bauvolumen geachtet. Das Verhältnis von umbautem Raum zur nutzbaren Fläche ist trotz der erforderlichen Raumhöhen in den Badbereichen klein gehalten. Auch wird sichergestellt, dass mit den Untergeschossen die kritische Tiefe des Grundwasserstroms nicht unterschritten wird, um aufwendige Gründungsmassnahmen so weit möglich zu minimieren. Baukonstruktiv können mit dem Holzbau in den Obergeschossen dem Material entsprechend grosse Spannweiten günstig umgesetzt werden. Ein hoher Präfabrikationsgrad bei Konstruktion und Hülle ermöglicht zudem einen beschleunigten und sicheren Bauablauf. Bei den Umgebungsbauten und der Integration der bestehenden technischen Anlagen wird auf eine masshaltige Eingriffstiefe gesetzt. Der Pavillon Dübi Beach und die relativ neue Anlage des heutigen Kinderplanschbeckens bleiben erhalten und werden in Prozesse des Neubaus eingebunden. Auch ein grosser Teil der heutigen Schwimmbadtechnik wird übernommen, ebenso wie das Transformatorengebäude der EWZ. Das Konzept geringer Eingriffstiefen ist gleichzeitig ein Ansatz zu grosser Flexibilität und bietet für die Zukunft die Möglichkeit die Badtechnik und andere Komponenten der Anlage modular zu modernisieren. Neben diesen Aspekten auf Seite der Investitionskosten wird durch eine effiziente Prozessplanung, mit dem Neubau als neuem Herz des Areals, dafür Sorge getragen, dass die Anlage mit geringem Personalaufwand, bei Zutritt, Aufsicht und Service betrieben werden kann und unnötige Abläufe vermieden werden.
Das neue Hallenbad Oberdorf in Dübendorf soll nach Minergie-Standard gebaut werden. Damit der Minergie-Standard in Hallenbädern sowie die gesetzlichen Vorgaben nach MuKEn erreicht werden können, müssen im Bereich der Wärmeerzeugung verschiedene Bedingungen erfüllt werden. 1/3 des gesamten Wärmebedarfs (nach allen Wärmerückgewinnungsmassnahmen) muss mit erneuerbarer Energie erzeugt werden. 20 % des Energiebedarfes für die Warmwassererwärmung muss mit erneuerbarer Energie abgedeckt werden. Der gesamte Energiebedarf für das ganzjährig betriebene Warmaussenbecken muss vollständig mit erneuerbarer Energie erzeugt werden.
Die aktuelle Wärmeerzeugung besteht aus zwei Gas-Heizkesseln mit zweistufigen Brennern. Ab der Heizzentrale im Freibad wird auch die „Obere Mühle“ mit Wärme versorgt. Der neue Heizleistungsbedarf wird mittels zwei neuen Gas-Brennwertheizkesseln sowie einer zusätzlichen Grundwasserwärmepumpe und einer Duschenabwasser-Wärmepumpe bereitgestellt. Die Wärmeerzeugungssanlage bleibt im bestehenden Heizraum. Über einen neuen Fernwärmekanal wird das neue Hallenbad mit Wärme versorgt. Die bestehende Grundwasser-Quellfassung beim Freibad-Springerbecken wird hierfür als Wärmequelle für die neue Wasser-/Wasser-Wärmepumpe genutzt. Für die Warmwassererwärmung kann zusätzlich eine Sonnenkollektoranlage auf dem Dach (optional) installiert werden. In den Sommer-Monaten können über diese Solaranlage auch das Warmaussenbecken sowie die Freibadbecken beheizt werden.
Bei allen technischen Anlagen sind umfangreiche Wärmerückgewinnungsmassnahmen vorgesehen. Es sind dies im Wesentlichen die Lüftungsanlagen, die sanitären Anlagen, die Badewasseranlagen sowie die gewerbliche Kälteanlage.
Die verschiedenen Klimazonen des Hallenbades werden mit separaten Lüftungsgeräten be- und entlüftet. Die Luftmengen der Anlagen werden über CO2-Fühler an den effektiven Betrieb (bedarfsabhängig) angepasst. Für die Schwimmhalle werden zwei Lüftungsgeräte (2 Achsen), speziell für Hallenbäder vorgesehen. Die Lüftungsanlage garantiert die erforderlichen Raumkonditionen (Temperatur/Feuchte) in der Schwimmhalle. Die Hochleistungswärmetauscher und die integrierte Entfeuchtungswärmepumpe garantieren einen hohen Wirkungsgrad. Die Entfeuchtungswärmepumpe gibt die zurückgewonnene Entfeuchtungswärme in erster Priorität an die Zuluft und in zweiter Priorität an das Warm-Aussenbecken ab.
Im Sanitärbereich wird das Brauchwasser entsprechend dem Bedarf aufbereitet und im Gebäude verteilt. Die Grundlastaufheizung des Warmwassers kann optional mittels Sonnenkollektoren erfolgen. Die Spitzenlast wird über das Heizungssystem (mit alternativer Energie) abgedeckt. Für die WC-Spülung sowie die Flächenreinigung wird das abgebadetes Badewasser aufbereitet und wiederverwendet.
Die Verfahrenskombinationen für die Badewasseraufbereitungsanlagen im Hallenbad sind angepasst an die Belastung und die Badewassertemperatur gewählt. In Anlehnung an die SIA 385/9 wird die Verfahrenskombination: Flockung – Mehrschichtfiltration – (Teilstrom-Ozonung) – Chlorung, mit einem Belastbarkeitsfaktor von: k = 0.5 angewendet. Es ist zusätzlich eine Teilstrom-Ozonung zur Flockung und Filtration gemäss SIA 385/9 vorgesehen. Dabei wird über einen Teilstrom Ozon dem Kreislauf zugegeben und über eine Vermischungseinrichtung, einen Reaktionsbehälter und anschliessend mit Aktivkohle adsorbiert. In den Gesamtkreislauf erfolgt anschliessend eine Desinfektion mit Chlor. Die Teilstrom-Ozonung ist im Hallenbad primär für das Warm-Aussenbecken vorgesehen. Diese ist jedoch für die anderen Kreisläufe umschaltbar. Für die Beckenwasserführung wird das vertikale oder horizontale Mischsystem, je nach Situation, vorgesehen. Durch die intensive Durchmischung erfolgt eine rasche und gleichmässige Verteilung des Reinwassers. Die kurze Einmischzeit von max. 15 Minuten ermöglicht eine niedrige Desinfektionsmittel-Konzentration. Die Beckenwasserrückführung erfolgt zu 100 % über die Überlaufrinne ins jeweilige Ausgleichsbecken. Alle Badebecken werden mit einer eigenen Messung und Regelung für Chlor, pH-Wert, Redox und Temperatur ausgerüstet. Alle Badebecken werden mit ausreichender Unterwasserbeleuchtung sowie den entsprechenden sicherheitstechnischen Anforderungen für Rutschanlagen, Attraktionsansaugungen und Messwasser-Entnahmestellen nach gültigen SN EN 13451 ausgerüstet.
Die Badewasseraufbereitungsanlage für das Freibad erfolgt heute mit Kieslgur-Druckanschwemmfiltern. Die Filtergeschwindigkeit an den Filterplatten beträgt gemäss SIA 385/9 max. 6 m/h. Trotz dieser tiefen Filtergeschwindigkeit und der relativ grossen Filterflächen können mit diesem Filtersystem grosse Umwälzmengen, wie sie im Freibad erforderlich sind, mit geringerem Technikbedarf abgedeckt werden. Die Filterzentrale FB im Untergeschoss sowie die bestehenden Leitungskorridore Freibad bleiben bestehen. Die ebenerdigen Chemikalienräume werden saniert und auf den neuesten Stand gebracht. Die Chemikalien-Anlieferung erfolgt somit abseits des Publikumsverkehrs. Während dem Bau des neuen Hallenbades kann die bestehende Filteranlage weiterbetrieben werden. Nach Fertigstellung des Hallenbades wird die Badewassertechnik des Freibades entsprechend saniert. Dabei werden möglichst viele gemeinsame Einrichtungen, wie z.B. die Chlorerzeugungsanlage, pH-Neutralisation sowie weitere technische Anlagen des Neubaus Hallenbad für die Aufbereitung des Schwimmbadwassers im Freibad für eine optimale Synergienutzung verwendet. Der bestehende Leitungskorridor muss im Bereich des Warm-Aussenbeckens umverlegt werden für den Neubau des Hallenbades.
Das Warm-Aussenbecken wird in Edelstahl oder allenfalls Kunststoff mit Plattenauskleidung sowie einer entsprechenden Wärmedämmung gefertigt, damit die Speichermasse und somit der Wärmeverlust möglichst klein gehalten werden können. In der Nacht wird das gesamte Beckenwasser in einem Absenkbecken gelagert. Eine Intern-Umwälzung garantiert, dass das Beckenwasser morgens entsprechend erwärmt und chloriert wieder ins Becken gepumpt werden kann. Die Nachtabsenkung mit Intern-Umwälzung sowie die Konstruktion in wärmegedämmtem Edelstahl entsprechen den Vorgaben nach Minergie in Hallenbädern. Der Wärmebedarf für das Warm-Aussenbecken wird durch die neue Grundwasser-Wärmepumpe wie Sonnenkollektoren (optional) komplett durch erneuerbare Energie abgedeckt.
Alle haus- und bädertechnische Anlagen werden mit einer automatischen Regulierung ausgerüstet und bedarfsabhängig betrieben. Zur Überwachung der einzelnen Systeme ist ein zentrales Gebäudeleitsystem vorgesehen.
Die Elektroenergieerschliessung der neuen Anlage erfolgt von der bestehenden Trafostation der Glattwerk AG die sich unterirdisch vor der Freibadanlage an der Oberdorfstrasse befindet und so erhalten bleibt. Die bestehenden Erschliessungsleitungen Elektro und Gas zur Oberdorfstrasse der Glattwerk AG werden von der neu geplanten Anlage nicht betroffen. Im UG der neuen Anlage wird die Elektrohauptverteilung erstellt. Ab dieser HV werden die einzelnen Unterverteilungen für Heizung, Wasseraufbereitung, Badtechnik, Sanitär, Küche, Sauna, und Allgemeinverbraucher erschlossen. Ebenfalls im Elektroraum UG befindet sich die Notlichtzentrale, die Zentrale der Musik- und Evakuationsanlage sowie Komponenten für die Netzwerkverbindungen. Die Beleuchtungsanlage wird mit Energieoptimierter LED Technik ausgeführt. Die Beckenausleuchtung wird mit Unterwasserleuchten realisiert. Die Beckenumgänge werden mit Wandleuchten ausserhalb des Wasserbereichs ausgeleuchtet. Die Nebenräume werden entsprechend den gültigen Normen ausgeleuchtet. Auf dem Dach über der Sauna und Rutsche kann als Option eine PV Solaranlage für Eigenverbrauch vorgesehen werden. Mit der zur Verfügung stehenden Dachfläche kann ca. eine 30 KWP Anlage realisiert werden.
Die Tragstruktur des Sockelbaus der das Untergeschoss bildet, das Treppenhaus sowie die «Rutsche-Halle» sind vollständig in Massivbauweise vorgesehen. Die Decken im UG bestehen weitgehend aus Flachdecken mit einer Stärke von ca. 28-32 cm und liegen auf einem regelmässig angeordneten Raster aus Stahlbetonstützen. Der Beckenboden wird je nach Wassertiefe mit einer Flachdecke von ca. 35-40 cm auf einem Stützenraster von ca. 5 x 5 m ausgebildet. Die Fundation erfolgt durch eine Bodenplatte mit Fundamentvertiefungen unterhalb der Stützen und der hoch beanspruchten Wände. Der Grossteil des Erdgeschosses jedoch ist in Holzbauweise angedacht. Als Tragsystem haben wir im Eingangsbereich eine Hohlkastendecke mit Unterzügen vorgesehen. Dagegen ist im Hallenbereich ein weitgespanntes Rahmensystem mit Spannweiten von ca. 23 m aus Brettschichtholz erarbeitet worden, welches in einem Achsabstand von 2.5 m angeordnet wird. Die BSH-Rahmen weisen einen Querschnitt von ca. 22/110 cm auf. Zur Sicherstellung der Statik und der weiteren Anforderungen, wie z.B. der Korrosionsschutz, werden die Rahmenecken mit eingeleimten Gewindestangen ausgebildet. Damit kann nebst der Statik und dem Korrosionsschutz auch eine ästhetisch hochanspruchsvolle Lösung mit nichtsichtbaren Verbindungsmitteln vorgeschlagen werden.
Die Deckenplatte des Hallenbereiches kann mit einer vollflächigen Brettsperrholzplatte ausgebildet werden, welche damit auch die Dachscheibe ausbildet. Die horizontale Aussteifung für Einwirkungen aus Wind und Erdbeben erfolgt in Querrichtung über die steife Rahmenkonstruktion welche die Lasten direkt in das Untergeschoss in Stahlbetonbauweise einleitet. In Längsrichtung dagegen erfolgt die Aussteifung über die massive BSP-Platte, welche die Einwirkungen auf den Betonkern der „Rutsche-Halle“ einleitet und die steif mit dem Untergeschoss in Stahlbeton verbunden ist.
Der Holzschutz der tragenden Elemente im Innenbereich erfolgt vorwiegend durch konstruktiven Holzschutz. Hierfür werden alle tragenden Pfosten auf einen Betonsockel abgestützt so dass kein direkter Kontakt mit dem Wasser möglich ist. Die Stützen ihrerseits sind durch eine Stirnplatte vom direkten Kontakt mit dem Beton geschützt. Zusätzliche Massnahmen, wie ausgeführte Beispiele auch beweisen, sind für Hallenbäder nicht notwendig. Als zusätzliche Sicherheit kann das BSH vor Spritzwasser mit einem sogenannten wasserabweisenden Anstrich geschützt werden. Die selbstragende Fassade muss dagegen hinsichtlich konstruktivem Holzschutz besonders sorgfältig geplant werden. Alle Elemente sind so konzipiert worden, dass ein austrocknen des Holzes gewährleistet, sowie keine direkte Bewitterung von Stirnholz vorhanden ist. Die Fassadenelemente sind mit einer vertikalen Lattung ausgebildet worden welche auf einer darunterliegenden, hinterlüfteten Lattung befestigt werden. Die bewitterte Holzfassade wird zusätzlich mit einem wasserabweisenden transparenten Schutzanstrich behandelt, welcher nebst der wasserabweisenden Eigenschaft auch eine einheitliche Vergrauung der Fassade sicherstellt.