Unterwerk Hönggerberg

Neubau und Umbau vom Unterwerk

öffentliche Ausschreibung, 1. Preis
Auftraggeber: ewz Zürich
Nettonutzfläche: 2866 m²
Fertigstellung:  2019
Partner: Schindler + Partner AG / Jauslin Stebler AG / Haerter & Partner AG
Visualisierung:  k18

Im Zuge der Spannungserhöhung der Mittelspannungsanlagen der ewz von 11kV auf 22kV wird das bestehende Unterwerk Hönggerberg erneuert und erweitert. Der Neubau der Mittelspannungsschaltanlage verfügt über ein oberirdisches Geschoss, sowie einen unterirdischen Kabelkeller.
Das Konzept sieht einen monolithischen Baukörper vor, der schützend zwischen dem Naturraum Wald und dem technischen Bauwerk des bestehenden Unterwerks steht. Durch seine Fassadengestaltung reagiert dieser gezielt auf seine Umwelt.
Die Betonfassade erhält eine horizontale Schalung aus sägerauen Brettern, die in unregelmässiger Anordnung platziert sind. Durch Versprünge in der Tiefe und Breite der Schalungsbretter wird eine plastische und abwechslungsreiche Oberfläche der Fassade erreicht. Die unregelmässigen Oberflächentextur verzeiht Unregelmässigkeiten in der Herstellung und mechanische Beschädigungen im späteren Gebrauch der Bauwerks. Die sich bildenden Nischen und Vorsprünge begünstigen die Ablagerung von Moosen, Humus und Pollen, sowie die Bildung von Patina auf der Fassade im Laufe der Zeit. Das Gebäude verschmilzt zunehmend mit dem umgebenden Wald.
Die technische Metallfassade stellt das verbindende Element zwischen dem Inneren des Neubaus und der Freiluftschaltanlage dar. Sie ist wie ein Tor additiv vor die Betonfassade gestellt, welche als Rahmen ablesbar bleibt. Die Präzision und Perfektion der Metallfassade symbolisiert die Technik die sich vor der Fassade und im Inneren des Neubaus befindet. Die vertikale Rasterung der Schaltschränke der Mittelspannungsschaltanlage wird durch die Fassade aufgegriffen und Türen und Tore in dieses Raster eingepasst. So wie die Natur durch Patina sich auf der Betonfassade niederlegt, spiegelt sich die Technik der Freiluftschaltanlage in der matt reflektierenden Metallfassade wieder.
Das Flachdach ist als Retentionsfläche in Absprache mit der Grün Stadt Zürich begrünt. Gerahmt durch die Betonattika wird die Dachfläche zu einer weiteren Fassade, und somit Teil des Konzepts.
Die Gestaltung des Innenraums soll sich korrespondierend zu der äusseren Gestaltung auf einige wenige rohe Materialien beschränken. Die Oberflächen des Betonkörpers sollen als solche ablesbar
bleiben. Die Wände werden farblos lasiert, der Boden des EG mit einem grauen Hartbetonbelag versehen, der des Kabelkellers mit einem farblich abgestimmten Unterlagsboden. Die Innenseite der Metallfassade wird entsprechend der Aussenverkleidung farblich abgestimmt. Die Konzepte HLKSE sind gestalterisch auf das Innenraumkonzept der Architektur abgestimmt.