Gartenküche für die Arche Noah in Schiltern

Zubau an barocken Gartenpavillon

Direktauftrag
Auftraggeber: Arche Noah Schaugarten GmbH
Nettonutzfläche: 20 m² + 30m²

Das vorliegende bauliche Vorhaben entspricht in doppelter Hinsicht den langfristigen Plänen der Arche Noah: Einerseits ist es im gegenständlichen Sinn ein “Hinausgehen” aus den bisherigen Räumlichkeiten – die Schauküche stellt räumlich ein Bindeglied zwischen der historischen Bausubstanz und dem Garten dar – andererseits meint Hinausgehen auch das “Zugehen” auf die höchst aktuellen Bedürfnisse der Besucher, nämlich den Lehrgarten praktisch in die eigene Küche zu tragen.
Der Mehrwert des Bauvorhabens liegt in der nachhaltigen Veränderung der Sichtweise des Besuchers: was zunächst wie ein kulinarisches Angebot aussieht wird – zum Unterschied von pädagogischen Schulungen – gerade durch die offene Atmosphäre und den erholsamen Freiraum des historischen Ensembles zu einer entspannten Art der Wissensvermittlung
Im Sinne dieser Zielsetzungen wird der Zubau als reversible, teilweise gedeckte Pergolakonstruktion entwickelt, welche durch das eingedrehte Achssystem die strenge Symmetrie der historischen Anlagen bricht, und formal wie symbolisch eine Brücke schlägt zwischen formellem Gebäude und gärtnerischem Landschaftselement. Die Konstruktion besteht aus lasierten Leimholzbindern, welche einseitig auskragend die gedeckte Außenküche überspannen und sich durch ihre unterschiedlichen Längen mit den angrenzenden Gärten verzahnen. Auf der gegenüberliegenden Seite werden die Lasten in Holzstützen abgetragen, die sich zu einer „aufgelösten Wand“ verdichten und den Küchenbereich optisch wie funktional von den rückwärtigen Freianlagen abgrenzen.
Die Holzkonstruktion wird nur teilweise gedeckt – wie die Tragkonstruktion variiert auch die Dachkante auf eine spielerische Weise und nimmt der Struktur ihre technische Strenge. Das Küchenlager nimmt optisch eine untergeordnete Rolle ein. Es wird durch eingestellte Holzriegelwände vom offenen Küchenbereich abgetrennt.