Feuerwehr Rorschacherberg

Umbau und Erweiterung einer Zivilschutzanlage zu Feuerwehr

Honorarsubmission im selektiven Verfahren
Auftraggeber: Gemeinde Rorschacherberg
Leistungsphasen: 3-5 lt. SIA 102
Nettofläche: 1673 m²
Planungsbeginn: 01/2015
Fertigstellung: 08/2018
Bearbeitungsstand: Ausführungsplanung

In der Gemeinde Rorschacherberg sind die öffentlichen Einrichtungen entlang der Goldacherstrasse und Heidenerstrasse von Westen nach Osten nacheinander aufgereiht. Der Umbau der Zivilschutzanlage (ZSA) unterhalb des Schulhauses Steig bildet in dieser Reihe eine prominente Rolle.
Der Umbau übernimmt die grundlegende Disposition der ZSA als Sockelbau des Schulhauses, die Parkplatznutzung auf dem Dach sowie die Orientierung der Zugänge in die ZSA.
Deutliche Änderungen gibt es durch den Abbruch des westlichen Gebäudeteils (Schleuse) zugunsten eines grossen Vorplatzes und der formalen Änderung des Erscheinungsbildes durch eine neue Fassadenmaterialität und der Ergänzungen des Volumens durch Vordächer.
Zudem müssen die bisherigen Schulwege um und über das Gebäude zum Schulhaus Steg abgebrochen und neu erstellt werden.
Der Bestandsbau ist Süd- und Ostseitig in das Gelände eingegraben, dass ermöglicht eine Zufahrt auf das Dach und dessen Nutzung als Parkplatz für Motorfahrzeuge und Fahrräder für die Schule. Die mittlere Ebene wird direkt von der Heidenerstrasse erschlossen und hat drei Zugänge. Ein Eingang für das EV Lager, daneben der Zugang zum Jugendraum. Davon separiert der Feuerwehrzugang zum Theorieraum und Aufenthalt. Die mittlere Ebene wird neben den Zugängen auch durch die begehbare Terrasse besetzt. Die untere Ebene ist ausschliesslich von der Feuerwehr genutzt. Der Vorplatz umschliesst die West- und Nordfassade. Die Tore für die Fahrzeuge sind an der Westfassade platziert, der Haupteingang und Fenster sind ausschliesslich an der Nordfassade angeordnet.
Das Feuerwehrdepot in Rorschacherberg und in Rorschach bilden zusammen eine Feuerwehrgemeinschaft, die jeweils eine Seite der Bahnlinie abdecken. Das Depot in Rorschach wird als Hauptdepot gebraucht, Rorschacherberg dient als Unterstützung.
Die funktionale Mitte der Feuerwehr ist die Fahrzeughalle mit Ihren sechs Einsatzfahrzeugen. Darum angegliedert sind die zudienenden Räume Garderobe, Büro, Toilettenanlagen und Lager. Dazu kommen der Aufenthalts- und Theorieraum im Obergeschoss, die separat von Aussen erschlossen sind. Diese separate Erschliessung ermöglicht Fremdnutzern unabhängig von der Feuerwehr den Theoriesaal zu gebrauchen.
Der Flächenanspruch der Feuerwehr füllt nicht die bestehende Geschossfläche ab. Die Restflächen werden für externe Nutzungen aufbereitet. Im 1. Obergeschoss findet das EV Lager mit separater Anlieferung Platz. Daneben kann der Jugendraum mit eigener Infrastruktur erstellt werden. Im EG ist die restliche Lagerfläche über das 1.OG zugänglich oder ebenerdig über die Flächen der Feuerwehr.
Der bestehende Baukörper der ZSA zeichnet sich dadurch aus, dass zwei Seiten des Gebäudes in das Gelände versinken und dass an der Nordwestecke im 1.OG eine Terrasse aus dem rechteckigen Körper als Negativvolumen dem Körper herausgeschnitten wurde. Dadurch entsteht ein terrassiertes Gebäudevolumen.
Das Bauprojekt übernimmt diese Disposition, ergänzt das Volumen durch Vordächer und lässt das Gebäude durch Abtrag von Geländemasse stärker aus dem Terrain heraustreten. Der Baukörper kann dadurch erst überhaupt als Gebäude wahrgenommen werden und erhält so seine eigene Identität.
Die ZSA besteht aus Stahlbeton, dass an den exponierten Bereichen Stärken von bis zu 1.20m und andernorts nicht weniger als 40cm Dicke aufweist. Damit eignet sich die bestehende Tragstruktur um eine neue Nutzung aufzunehmen. Für die Fahrzeughalle der Feuerwehr müssen jedoch tragende Wandteile abgebrochen werden. In diesem Bereich muss daher die Decke mit Stahlträgern und die Aussenwand mit Verankerungen in der Aussenwand gegen den Erddruck verstärkt werden.
Die ZSA ist ein ungedämmter Sichtbetonbau, der für die neue Nutzung als Feuerwehrdepot neu gedämmt werden muss und damit eine neue Verkleidung erhält. Die neue Verkleidung muss einerseits der Feuerwehr als neuen Nutzer Rechnung Tragen und andererseits an der prominenten Lage einen eigenständigen Charakter entwickeln.
Die Wahl zu einer dunklen hinterlüfteten Holzfassade ist eine Reaktion auf den Sichtbeton des Bestandes und als Kontrast zu den Fassaden der umliegenden Gebäude zu sehen.